Archive for 11. September 2008

Alles für das Klima (I): Recycling

Normalerweise mache ich mir nicht besonders viel aus Lokalpolitik und aus den Pressemitteilungen, die unsere Stadtregierung von sich gibt.

Schulhefte nur aus Recyclingpapier erklärt die Vorteile:

• Recyclingpapier trägt zu einem wesentlich geringeren Holzverbrauch bei (1 Tonne Papier spart 1,8 Tonnen Holz) und schont damit die Wälder.
• Die Papierfasern lassen sich wenigstens sechsmal wieder verwerten.
• Recyclingpapier weist einen geringeren Verbrauch beim Einsatz von Produktions- und Transportenergie auf. Der Energieverbrauch beträgt weniger als ein Drittel im Vergleich zu Frischpapier.
• Recyclingpapier spart in der Produktion große Mengen von Prozesswasser ein, was einerseits die Trinkwasserreserven schont und andererseits die aufzubereitenden Abwassermengen reduziert. Benötigt wird im Vergleich nur ein Sechstel der Wassermenge.
• Recyclingpapier spart vor allem aufgrund kürzerer Transportwege erhebliche Mengen CO2 ein.
• Recyclingpapier benötigt wesentlich weniger Chemikalien zur Aufbereitung, da die Fasern nicht erst aufgeschlossen werden müssen. Dadurch wird die Abwasserverschmutzung deutlich reduziert.

Ok, die Argumente lassen sich zusammenfassen: Recyclingpapier spart Unmengen an Ressourcen.

Ich will einmal annehmen, dass das alles richtig ist. Dann stellt sich doch die Frage, warum im Laden Recyclingpapier teurer (über 1€ für 500 Blatt) ist als gewöhnliches Papier. Wenn viel weniger Ressourcen verwendet wurden, dann kann man doch auch erwarten, dass die Preise das reflektieren.

Aber das tun sie nicht. Dafür können folgende Gründe eine Rolle spielen:

  1. Gutes Marketing der Papierverkäufer: Recyclingpapierkäufer bezahlen freiwillig höhere Preise und die Verkäufer machen mehr Gewinne als konventionelle Papierverkäufer.
  2. Es werden zur Herstellung von Recyclingpapier doch noch andere Ressourcen benötigt, die in den Preis einfließen.

Da 1. impliziert, dass Kunden und konventionelle Produzenten dumm und ignorant sind (sie könnten ja viel mehr Geld haben, wenn sie auf Recycling umsteigen), ist dieser Lösungsvorschlag nicht sehr überzeugend.

2. leuchtet da schon sehr viel mehr ein und wird auch von der Sachlage beim Papierrecycling; dort werden nur Gewinne erwirtschaftet, wenn man große Mengen Papier zusammenbekommt, die rein genug sind und extern vorsortiert wurden (also etwas, was dem Endkunden aufgebürdet wurde: Papier in die blaue Tonne).

Es ist also nicht richtig, dass beim Rescycling weniger Ressourcen verbraucht werden; in der Tat erkennt man an den höheren Preisen, dass mehr Ressourcen aufgewendet werden müssen um zu Recyclingprodukten zu gelangen. Wir verschweden also ökonomische Ressourcen wie Zeit und Arbeitskraft und sparen dabei „natürliche“ Ressourcen, die noch unberührt in der Erde stecken und Mutter Natur gehören.

Es ist also keine Frage der Ressourcenvergeudung, ob man recyclen sollte oder nicht; diese Frage ist einfach zu beantworten, was man daran sieht, dass man viele Dinge in seinem Leben recyclet, ohne, dass man es in der Schule eingetrichtert bekommen muss: jeder recyclet Autos, Fahrräder, Klamotten usw. und niemand wirft sie nach Erstbenutzung in den Müll. Mit Zeitungen oder Glasflaschen ist das anders und das hat etwas mit der Öko-Religion zu tun, Ressourcen von Erdmutter Gaia einen besonderen Platz gegenüber konventionellen Ressourcen einzuräumen.

Aber selbst diese Überhöhung ist nicht immer sinnvoll. Das erste Argument in der obigen Liste lautet: „Recyclingpapier trägt zu einem wesentlich geringeren Holzverbrauch bei (1 Tonne Papier spart 1,8 Tonnen Holz) und schont damit die Wälder.“

Hier lehrt uns München: wenn die Nachfrage nach einem Produkt steigt, dann sinkt das Angebot. Das ist offensichtlich falsch. Wenn Preise für Papier steigen (z.B. durch die Nachfrageanstieg), dann haben private Waldbesitzer einen Anreiz mehr Bäume zu pflanzen und die Wälder wachsen an.

Zum Thema:

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Der Ladenschluss!

Morgen, am 12. September, ist es in München mal wieder so weit: die Kult-Shoppingnacht wird gefeiert, d.h. die Tatsache, dass im Altstadtring werden alle Geschäfte bis 12 Uhr nachts geöffnet haben.

Wäre es nicht toll, wenn es immer möglich wäre, nach 8 Uhr noch ein Buch oder eine Glühbirne kaufen könnte? Aber das ist ja ein Weltuntergang, wie man überall sieht, wo es liberalere Gesetze gibt (wie in den USA, Großbritanien, Schweden, Polen, Spanien, Tschechien, oder sogar einigen deutschen Bundesländern).

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Ich wähle auch keine Spielekiller!

Die PC Games hat eine Aktion zur bayerischen Landtagswahl gestartet, die sich gegen das weitere Einschränken von Freiheiten von erwachsenen Bürgern — namentlich das Verbot von sogenannten Killerspielen — wendet. Unterstützenswert.

Nochmal die beiden fundamentalen Regeln einer freien Gesellschaft: Mind your own business and keep your your hands to yourself.

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