Wie bastle ich eine große Krise. Heute: Protektorismus
Februar 4, 2009
Spiegel Online beschäftigt sich im Zuge der „Buy America“-Diskussionen in den USA mit protektoristischen Tendenzen weltweit: wer verzerrt wo den Welthandel und macht uns als Konsequenz davon alle ärmer?
Eine gute Übersicht über aktuelle umgesetzte oder diskutierte Maßnahmen, die es einem kalt den Rücken runterlaufen lässt. Und dazu kommen ausserdem noch alle schon lange installierten Subventionen und Handelsbarrieren und die grauenhafte Rhetorik, die dazu aufruft, Steuerparadiese auszutrocknen, also weltweit Steuerhöllen einzuführen, was uns als Konsequenz alle ärmer machen wird.
Dabei ist die Idee hinter Protektorismus sogar nur für wenige Sekunden einleuchtend. Wenn es von Vorteil wäre, nicht mit der ganzen Welt, sondern nur mit Deutschland zu handeln, müßte es dann nicht noch viel mehr Vorteile haben, nur mit Bayern zu handeln? Oder nur München? Oder nur der nächste Block? Das Geld bleibt dann zwar in der Nachbarschaft, aber wir sind trotzdem viel ärmer dran … und die empirischen Resultate sagen genau das gleiche.
Aber leider hilft alles nichts gegen faktenresistente und geschichtsignorante Politiker: wir lernen aus Geschichte, dass wir nicht aus Geschichte lernen.
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1.
ketzerisch | Februar 4, 2009 at 9:53
Das ist ein klassischer Prinzipal-Agent-Konflikt. Der Agent Politiker denkt halt nur an seinen Status und seine Wiederwahl und nicht an den Vorteil des Principals, dem Wähler/Steuerzahler.
Solange der Wähler überwiegend nicht versteht, dass Handel gut für ihn ist, kommt der Politiker mit der Nummer durch.
Von Protektionismus zum offenen Nationalismus ist es übrigens nur noch ein kleiner Schritt.