Wer sind denn die Reichen?

Oktober 16, 2008 at 10:58 am Hinterlasse einen Kommentar

Spiegel Online berichtet über den neuen Präsidentschaftskandidaten der Linken, Peter Sodann (der Artikel ist übrigens lesenswert, wenn man weitere Einblicke in sein Weltbild haben möchte):

Der Bundespräsident müsse „die Seele seines Volkes ausdrücken können“, sagte Sodann in dem Interview. „Er muss wissen, wie leben die Menschen denn in Wirklichkeit. Da gibt es zwei Gruppen. Die Armen verstehen die Reichen. Aber die Reichen verstehen nicht die Armen, weil sie es gar nicht können. Wenn man jeden Monat eine Million verdient, kann einem doch alles den Buckel runterrutschen. Da verliert man doch jedes Maß.“

Auch sonst wird viel über „die Reichen“ geredet und zwar schon in der Bibel (Aber dagegen weh euch Reichen! denn ihr habt euren Trost dahin. Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind mottenfräßig geworden. (Matthäus.6,19)).

Jeder weiß, die Reichen sind maßlos und ausbeuterisch, bereichern sich unrechtmäßig usw. Dabei scheint jedem sofort klar zu sein, wer „die Reichen“ sind, nämlich so eine elitäre Gruppe, die seit der Geburt Honig um den Mund geschmiert bekommt und mit der Normalbevölkerung nichts zu tun hat.

Aber ist das wirklich so? Sind „die Reichen“ wirklich eine ganz andere Spezies von Menschen als „die Armen“? Könnte es nicht sein, dass es genau die gleichen Leute sind, die in unterschiedlichen Lebensabschnitten zu unterschiedlichen Gruppen gehören?

Thomas Sowell hat wieder mal die Fakten in Basic Economics zusammengeschrieben:

Although people in the top income brackets and thebottom income brackets — „the rich“ and „the poor,“ as they are often called — may be discussed as if they were different classes of people, often they are the very same people at different stages of their lives. An absolute majority of those Americans who were in the bottom 20 percent in income in 1975 were also in the top 20 percent at some point over the next 16 years. This is not surprising.

After 16 years, people usually have had 16 years more experience, perhaps including on-the-job training or formal education. Those in business or the professions have had 16 years in which to build up a clientele. It would be surprising if they were not able to earn more money as a result. It is not uncommon for most of the people in the top 5 percent of income-earners to be 45 years old and up.

None of this is unique to the United States. A study of eleven European countries found similar patterns.

Es ist also umgekehrt wie Herr Sodann vermutet: die Reichen verstehen die Armen besser, weil sie waren vermutlich selbst einmal arm. Sogar in Deutschland, mit seinem überregulierten Arbeitsmarkt, der Aufstieg erschwert …

Links: Income Mobility und By Our Own Bootstraps.

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Ein Hoch auf den Antikapitalismus Nochmal zur Finanzkrise

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